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Weihbischof em. Gerhard Pieschl (Diözese Limburg) als Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz verabschiedet
Der emeritierte Weihbischof in Limburg Gerhard Pieschl wurde am 21. September 2009 im Rahmen der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda verabschiedet. Mit der Herbstvollversammlung 2009 endete nach mehr als 32 Jahren das Wirken von Weihbischof em. Pieschl als Mitglied der Deutschen Bischofskonferenz und als Beauftragter für die Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch (Erzdiözese Freiburg), dankte Weihbischof em. Pieschl im Namen der deutschen Bischöfe für seine Mitarbeit und sein Wirken in der Bischofskonferenz: „Weihbischof Gerhard hat sich stets als erfahrener, verständnisvoller und lebensfroher Seelsorger auch im Bischofsamt erwiesen. Er ist ein belesener Kenner der Geschichte, Literatur und Musik. Er liebt die Kommunikation. Wir konnten seine enorme Arbeitskraft, seinen sprühenden Humor, seinen tiefen Glauben und seine kreative Seelsorge sehen.“ Als „Vertriebenenbischof“ habe Weihbischof em. Pieschl dafür gekämpft, Vorurteile und Misstrauen zwischen den Menschen in den Ländern Europas abzubauen. Seine Arbeit sei durch eigene Erfahrungen und einer tiefen Frömmigkeit geprägt gewesen. „Dabei hat sich Weihbischof Gerhard mit seiner den Menschen zugewandten Art, die ihn nicht daran hindert, seine Überzeugungen mit klaren Worten zu vertreten, vielfältige Sympathien und große Anerkennung diesseits und jenseits unserer Grenzen erworben“, erklärte Erzbischof Dr. Zollitsch. Für seine Bemühungen um Wahrheit und Gerechtigkeit, um die Pflege des religiös-kulturellen Erbes der Heimatvertriebenen der verschiedenen Herkunftsgebiete wie auch um eine tragfähige Nachbarschaft zwischen den Menschen im Herzen Europas aus der Kraft des christlichen Glaubens erhielt Weihbischof em. Pieschl unter anderem das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse, die Ehrenplakette des Bundes der Vertriebenen, den Europäischen Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft wie auch die Wilhelm-Leuschner-Medaille für besondere Verdienste um das Bundesland Hessen. Sein ehemaliges Heimat-Erzbistum Olmütz in Mähren ernannte ihn im Jahr 2000 zum „Ehren-Domkapitular“. Auch die Philosophische Fakultät der Universität Péc (Fünfkirchen) in Ungarn wird Weihbischof Gerhard für seine Arbeit auszeichnen und ihm im Oktober d. J. die „Ehrendoktorwürde“ verleihen. Weihbischof em. Gerhard Pieschl feierte am 23. Januar 2009 seinen 75. Geburtstag und hatte dem Papst, wie im Kirchenrecht vorgesehen, den Verzicht auf das Auxiliarbischofamt angeboten. Benedikt XVI. hatte den Verzicht angenommen, bat ihn aber bis zur Ernennung eines neuen Weihbischofs in Limburg im Amt zu bleiben. Seine Amtszeit endete mit der Ernennung von Domkapitular Dr. Thomas Löhr zum Weihbischof am 15. Juni 2009. In Mährisch-Trübau (heute Tschechien) geboren, empfing Gerhard Pieschl am 8. Dezember 1961die Priesterweihe. Danach wirkte er zunächst als Subregens im Bischöflichen Konvikt in Hadamar. Seine Kaplanszeit verbrachte er in Bad Ems, Bad Schwalbach und Frankfurt. Als Divisionspfarrer der 5. Panzerdivision kam Pieschl 1968 nach Diez/Lahn. Danach wurde er Militärdekan und ging nach Koblenz. Bischof Dr. Wilhelm Kempf holte den damals 44-jährigen Theologen in die Domstadt an der Lahn und weihte ihn am 23. Oktober 1977 im Bartholomäusdom (Frankfurt/M.) zum Bischof. Im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz war er von 1979 bis 2000 zuständig für die Polizeiseelsorge, von 1983 bis 2009 auch für die Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge. Von Herzen danken wir Weihbischof em. Pieschl vor allem für seinen mehr als ein Viertel Jahrhundert engagierten Dienst als „Vertriebenenbischof“. Selbst vom Vertreibungsschicksal geprägt wurde ihm die kirchliche Beheimatung und gesellschaftliche Integration der deutschen Flüchtlinge, Vertriebenen und Aussiedler wie auch die Verständigung und Aussöhnung mit unseren mittelost- und südosteuropäischen Nachbarvölkern zu einer Lebensaufgabe. Er war in allen Situationen auf beispielhafte Weise seinem Bischofswort treu: „Non recuso laborem“ (Ich scheue keine Mühen).
Möge Gott
Weihbischof Gerhard Pieschl viele Jahre in guter Gesundheit
schenken, die es ihm weiterhin ermöglichen, so lebendig und
kommunikativ unter uns zu sein, wie wir ihn kennen und schätzen. Wir
wünschen ihm einen erfüllten neuen Lebensabschnitt als Emeritus und
Bonn, den 25. September 2009 gez. Franz M. Herzog Leiter der Arbeitsstelle Vertriebenen- und Aussiedlerseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz
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