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Grußwort
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![]() GrußwortZum diesjährigen Deutschlandtreffen der Schlesier grüße ich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die nach Hannover in Niedersachsen - dem Patenland der schlesischen Volksgruppe - gekommen sind, um ihre Verbundenheit mit der alten Heimat zu bekunden. Bereits vor mehr als fünfzig Jahren haben sich die deutschen Heimatvertriebenen eine Charta gegeben, die die Einigung Europas in den Mittelpunkt ihrer Bestrebungen stellte. Diesem weitsichtigen Ziel der damaligen Vertriebenengeneration sind wir mit dem Beitritt Rumäniens und Bulgariens zum Jahresbeginn 2007 einen entscheidenden Schritt näher gekommen. Nunmehr sind nahezu alle ehemaligen Vertreibungsgebiete unter dem Dach der Europäischen Union vereint. Bessere Voraussetzungen für Frieden, Verständigung und Aussöhnung in Europa hat es seit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht gegeben. Diese Chance gilt es im Interesse aller Menschen in Europa und der nachfolgenden Generationen zu nutzen. Mit Ihrem diesjährigen Motto „Schlesien verpflichtet" haben Sie ein Bekenntnis zur Überwindung der Gräben abgelegt, die sich aus Flucht und Vertreibung zwischen Deutschen und Polen aufgetan haben. Die unverzichtbare und schmerzliche Auseinandersetzung mit diesen Ereignissen sollte jedoch die lange Zeit gegenseitiger kultureller Befruchtung nicht verdecken. Die hieraus entstandenen Werte sind Deutschen und Polen gemeinsam, und sie sind ein tragfähiges Fundament für eine gemeinsame Zukunft innerhalb der Europäischen Union. Die heimatvertriebenen Schlesier haben einen wertvollen Beitrag dazu geleistet, und ich vertraue darauf, dass sie dies auch in der Zukunft tun werden. Die Bundesregierung wird ihnen ein verlässlicher Partner sein. Deutsche und Polen blicken zurück auf eine tausendjährige gemeinsame, oft bewegte Vergangenheit. Heute sind Deutsche und Polen nicht nur Nachbarn, sondern Verbündete in der Europäischen Union. Heute sind wir auf dem Weg zu einem völlig neuen Miteinander. Besonders deutlich ist dies zu spüren, wenn junge Menschen aus Polen und Deutschland zusammenkommen. Der Umgang ist freundschaftlich und der Austausch - auch über schwierige Themen - unkompliziert. Damit dieses Miteinander dauerhaft trägt, braucht es die Bereitschaft aller, sich offen und unvoreingenommen zu begegnen. Dazu gehören ganz sicher auch ein offener Dialog und die Auseinandersetzung über die bedrückenden Seiten der gemeinsamen Geschichte. Golo Mann hat einmal gesagt: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, wird die Zukunft nicht in den Griff bekommen." Die Vergangenheit zu kennen setzt voraus, sich zu erinnern. Dafür bedarf es geeigneter Erinnerungsstätten. Die Bundesregierung hat daher in der Koalitionsvereinbarung festgehalten, auch in Berlin ein sichtbares Zeichen zu setzen, das - in Verbindung mit dem Europäischen Netzwerk Erinnerung und Solidarität - das Unrecht von Vertreibungen ins Bewusstsein rufen und Vertreibungen für immer ächten soll. Erste Voraussetzungen hierfür sind inzwischen geschaffen und somit ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Verständigung und Versöhnung getan. Und ich bin zuversichtlich, dass wir ein für alle Betroffenen zufriedenstellendes Ergebnis erreichen werden. Ich wünsche allen Gästen des diesjährigen Deutschlandtreffens der Schlesier sowie allen ehren- und hauptamtlichen Organisatoren anregende Gespräche und bereichernde Begegnungen. Dr. Wolfgang Schäuble, MdB Bundesminister des Innern |