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Deutschlandtreffen der Schlesier am 30. Juni und am 1. Juli 2007 in Hannover

Das diesjährige Schlesier-Treffen ist in der langen Reihe der Deutschlandtreffen sicher ein besonderes. Seit 1990 fanden ja die Schlesiertreffen in Bayern, in der fränkischen Metropole Nürnberg statt. Bayern hat die Schlesier gerne aufgenommen, nachdem das Patenland Niedersachsen mit Ministerpräsident Schröder 1990 den Schlesiern die Unterstützung entzog.

Die Rückkehr in das angestammte Patenland nach Hannover ist auch Christian Wulff zu verdanken. Er fühlt sich den Schlesiern gegenüber in der Verantwortung.

Das Motto des diesjährigen Treffens „Schlesien verpflichtet“ ist für die Schlesier selbstverständlich. Den Staub der Heimat an den Fußsohlen schüttelt man eben nicht ab, wie Kardinal Meissner einst sagte. Heimatliebe hört nie auf.  

Schlesien verpflichtet aber nicht nur die Schlesier, Schlesien verpflichtet uns alle aus Solidarität gegenüber dem schweren Schicksal der Heimatvertriebenen. Schlesien verpflichtet die ganze Nation. Und aus dieser historischen und nationalen Verantwortung heraus dürfen wir die Leistungen Schlesiens und der Schlesier in der deutschen Geschichte, dürfen wir die furchtbare und völkerrechtswidrige Vertreibung nie vergessen.

Deswegen ist die Bayerische Staatsregierung von Anfang an für ein Zentrum gegen Vertreibungen eingetreten, das vor allem die BdV-Vorsitzende Erika Steinbach in die Öffentlichkeit getragen hat. Die Große Koalition hat sich verpflichtet, ein sichtbares Zeichen in Berlin zu errichten. Ich werde alles dafür tun, dass dieses Zeichen in dieser Legislaturperiode auf den Weg gebracht wird. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich klar und eindeutig dafür ausgesprochen.

An große Schlesier wird in diesem Jahr vor allem durch den 150. Todestag von Joseph Freiherr von Eichendorff und den 100. Geburtstag von Helmuth James Graf von Moltke erinnert. Gerade Moltke, gerade auch der Kreisauer Kreis standen für einen Dialog, der gesellschaftliche und nationale Schranken überwindet. Diesen Geist von Kreisau, diesen wahrhaft europäischen und christlichen Geist wünschen sich die Heimatvertriebenen für den angestrebten Dialog mit Polen und mit Tschechien.

In meine herzlichen Grüße an die Schlesier in Hannover beziehe ich ausdrücklich ihre Landsleute in Schlesien mit ein. Ich wünsche diesem ersten Schlesier-Treffen in Hannover nach 18 Jahren ein kräftiges „Glück auf“.

Dr. Edmund Stoiber


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