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Informationen Deutschlandtreffen 2009
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Erfreuliches und bemerkenswertes Bekenntnis zu Schlesien Rund 50.000 kamen nach Hannover zum Deutschlandtreffen der Schlesier Zwei Jahre nachdem die Schlesierinnen und Schlesier aufgrund der Initiative von Ministerpräsident Christian Wulff in ihr Patenland Niedersachsen zurückkehrten, fand das Deutschlandtreffen der Schlesier vom 26. bis 28. Juni 2009 erneut in Hannover statt. Es kamen, wie schon 2007, rund 50.000 Schlesierinnen und Schlesier, oft mit ihren Verwandten und Freunden, nach Hannover, um zu demonstrieren: Das deutsche Schlesien existiert immer noch, auch wenn es durch die Vertreibung und die sächsische Gebietsreform der geografischen Grundlage beraubt wurde. Bei einer Vielzahl von politischen, kulturellen, wissenschaftlichen und volkstümlichen Veranstaltungen wurde die große Bandbreite schlesischer Gegenwart deutlich. Bei der Politischen Hauptkundgebung am Sonntag betonte der Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Christian Wulff, dass heute endlich die Flucht und Vertreibung der Deutschen offen aufgearbeitet werden können. Hierzu trügen beispielsweise Veranstaltungen, wie die Tagung „Flucht, Vertreibung, Integration“ des Niedersächsischen Landesbeauftragten für Flüchtlinge und Vertriebene, Rudolf Götz MdL, und viele Dokumentationen und auch Spielfilme bei. Für Wulff steht es nicht in Frage, dass die Kulturleistungen der Deutschen in Schlesien, zu denen die Werke Gerhart Hauptmanns genauso gehörten wie die Burgen und Schlösser des Hirschberger Tals, auch heute ein Teil des kulturellen Erbes der Deutschen seien und dass die Erinnerung hieran wach gehalten werden müsse. Wer die Geschichte der Vertriebenen verdränge offenbare, dass er das volle Ausmaß der Geschichte nicht verstanden habe. In diesem Zusammenhang habe die Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ eine besonders wichtige Funktion, denn hier werde die Geschichte wissenschaftlich aufgearbeitet. Wulff stellte heraus, dass sein Bundesland die Zusammenarbeit mit den heutigen Bewohnern Schlesiens auf vielen Gebieten pflege. Er wies darauf hin, dass im nächsten Jahr das 60. Jubiläum der Übernahme der Patenschaft des Landes Niedersachsen für die Landsmannschaft Schlesien gefeiert wird. Die Vorbereitungen hierfür liefen bereits. Am Vortag hatte der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann darüber informiert, dass das Land Niedersachsen seiner Verpflichtung nach §96 des Bundesvertriebenengesetzes nachkomme. Dies zeigten die Bemühungen, die Heimatsammlungen zu dokumentieren und deren Sicherung für die Zukunft zu gewährleisten. Besonders positiv hob er hervor, dass das Motto des diesjährigen Deutschlandtreffens „Heimat und Zukunft" eine Verpflichtung für die Zukunft Schlesiens sei, wie auch ein Bekenntnis zur Heimatverbundenheit. Schünemann lobte die Aufbauleistung der Vertriebenen für die Bundesrepublik und freute sich, dass es dem niedersächsischen Innenministerium gelungen sei, bisher 20 Zeitzeugen für den Geschichtsunterricht zu gewinnen. Seit letztem Jahr ist der Themenbereich Flucht und Vertreibung in Niedersachsen verbindlich in den Lehrplänen der Schulen verankert. Schünemann lud für den 24. Oktober 2009 ins Staatstheater Braunschweig ein, wo der Kulturpreis Schlesien an die Schriftstellerin Rotraud Schöne und den Architekturwissenschaftler Jerzy Illkosz sowie die Internationale Jugendbegegnungsstätte Kreisau und die Freya von Moltke-Stiftung verliehen wird. Auf die verbesserungswürdigen Punkte und ungelösten Fragen in der Erinnerungskultur und Politik der Bundesrepublik und Polens ging der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, Rudi Pawelka, sowohl bei der Festlichen Stunde zur Eröffnung als auch bei der Politischen Hauptkundgebung ein. Er kritisierte nicht nur die fortwährenden, auch kulturellen Diskriminierungen der Deutschen durch deutsche, polnische und internationale Administrationen und Gerichte, sondern wies auch auf die Mängel in der Aufarbeitung der an Deutschen begangenen Verbrechen hin. Detailliert führte er auf, wo dies der Fall ist und mahnte die Beendigung der Benachteiligungen an. Auch falsche geschichtliche Darstellungen, sogar durch den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg, seien heute an der Tagesordnung. Dies, wie auch polnische Regierungspositionen, belegten, dass die deutsche Verständigungspolitik gescheitert sei. So bräuchten nun die Deutschen in Schlesien dringend Unterstützung aus der Bundesrepublik. Nur dann könnten sie sich auch öffentlich positionieren, wenn es z. B. um die Diskussion um den Sitz der BdV-Präsidentin Erika Steinbach im Rat der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ geht. Nachdem er auch auf die Ergebnisse der aktuellen psychologischen Forschung zur generationenübergreifenden Traumatisierung der von Flucht und Vertreibung Betroffenen eingegangen war, schloss Pawelka seine Rede bei der Politischen Hauptkundgebung mit der Zusage, dass die Landsmannschaft in ihrer Bemühung um den Sieg des Rechts und gegen eine Schlussstrichmentalität ihren Einsatz für Schlesien als „Heimat und Zukunft“ sieht. Bei der Festlichen Stunde zur Eröffnung sprach auch der Oberbürgermeister Hannovers, Stephan Weil, und überraschte mit einem besonderen „Outing“. Unter Applaus berichtete er, dass nicht nur seine Eltern, sondern auch die seiner Frau aus Schlesien stammen. Die Gottesdienste am Freitagnachmittag und Sonntagvormittag gaben die Möglichkeit, sich in der christlichen Gemeinschaft der Schlesier zu Hause zu fühlen. Für die katholischen Schlesier war die Anwesenheit des päpstlichen Botschafters, des Nuntius, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, dem die Hauptzelebration des Messopfers ablag, eine besondere Anerkennung und Zuwendung. Den evangelischen Gottesdienst gestaltete der am Samstag mit dem Schlesierschild ausgezeichnete evangelische Pfarrer Dr. Christian-Erdmann Schott. Auch der Apostolische Protonotar, Großdechant Prälat Franz Jung, wurde mit dieser Ehrung bedacht. Einen historisch-wissenschaftlichen Akzent setzte Prof. Dr. Michael Pietsch, Präsident der Schlesischen Landesvertretung, neben seinen Moderationen der Feierlichen Eröffnung und der Politischen Hauptkundgebung, mit seiner schlesischen Sommerakademie in der Tradition der Friedrich-Wilhelm-Universität Breslau. Den kulturellen Part bestritt u. a. die Kunsthistorikerin Dr. Johanna Brade am Freitagabend im Forum der Sparkasse. In Ihrem Vortrag widmete sie sich der Künstlerkolonie Schreiberhau und informierte über Leistungen der hier ansässigen Künstler in den verschiedenen Teilbereichen der Kunst. Die kulturellen Leistungen der Schlesierinnen und Schlesier, die sich in Form von Heimatsammlungen und Heimatstuben dokumentieren, waren auch Gegenstand der Diskussion beim Bundesmitarbeiterkongress, so wie auch die Arbeit der Gruppen der Landsmannschaft, vor allem der Frauen, die Situation der Deutschen in Schlesien und Schlesien in der Öffentlichkeit. Auf dem Podium diskutierten unter der Moderation des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft Schlesien, Christian K. Kuznik, Margarete Weber für die landsmannschaftlich organisierten schlesischen Frauen, Blasius Handczuch für die organisierte deutsche Volksgruppe in Schlesien, Dr. Gerhard Kaske für die „Stiftung Schlesische Heimatstuben“, Dr. Markus Bauer für das Schlesische Museum zu Görlitz und Dr. Michaela S. Ast für die Schlesischen Nachrichten. Den volkstümlichen Heimatabend organisierte und moderierte die seit letztem Jahr amtierende neue Bundeskulturreferentin Helga Wüst zusammen mit Renate Sappelt. Eine große Freude war es, dass in diesem Jahr besonders viele Landsleute vor allem aus Breslau, der Waldenburger Gegend und Oberschlesien angereist waren, und das nicht nur als Besucher, sondern auch als aktive Mitgestalter der Veranstaltungen, wie die Trachtentanzgruppe Tworkauer Eiche und der DFK Heimatchor aus Waldenburg. Das Treffen wurde durch die Medien aufmerksam und oft wohlwollend beachtet, wenn auch die politische Komponente im Gegensatz zu vor zwei Jahren immer wieder in den Hintergrund gedrängt wurde. Das beachtliche öffentliche Interesse auch vieler Nicht-Schlesier und die große Publikums- und Medienresonanz auf das diesjährige Deutschlandtreffen der Schlesier geben Hoffnung auf eine nachhaltige Bewahrung schlesischer Tradition und Lebensart. Michaela S. Ast
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