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Reden zum Deutschlandtreffen 2009
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Deutschlandtreffen der Schlesier 2009 Festliche Stunde am 27.6.09
Eröffnungsrede des Präsidenten der Schlesischen Landesvertretung Prof. Dr. Michael Pietsch
Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde Schlesiens, liebe schlesische Landsleute, namens des Bundesvorstandes der Landsmannschaft Schlesien und der Schlesischen Landesvertretung begrüße ich Sie herzlich zur festlichen Eröffnung des Deutschlandtreffens der Schlesier 2009! Und zu dieser Festlichkeit trägt auch der Chor des Deutschen Freundschaftskreises aus Waldenburg bei - der Heimat meiner Familie. Im Namen aller hier will ich Ihnen, liebe Landsleute, nicht nur für die musikalische Mitgestaltung danken. Ich will auch ganz einfach Dank dafür sagen, dass Sie bei uns sind und damit zeigen: Das Deutschlandtreffen ist ein Treffen aller Schlesierinnen und Schlesier – egal wo sie gerade wohnen und leben. Zum zweiten Mal nach der für uns so schmerzhaften und langen Abstinenz sind wir wieder in unserem Patenland Niedersachsen. Der große Erfolg des letzten Deutschlandtreffens mit seinen zigtausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmern hat uns gezeigt: Niedersachsen ist das Zuhause der vertriebenen Schlesierinnen und Schlesier – ob wir hier oder in einem anderen Bundesland wohnen – und Hannover ist die gute Stube, in der wir uns – verehrter Herr Oberbürgermeister – wohlfühlen. Und wo man sich wohlfühlt, da geht man gerne hin. Deshalb sind wir wieder in Hannover. Lassen Sie mich, meine Damen und Herren, an dieser Stelle dem Land Niedersachsen den Dank der Landsmannschaft Schlesien abstatten. In den vergangenen fünf Jahren hat sich eine fruchtbare Zusammenarbeit entwickelt, deren Höhepunkt alle zwei Jahre das Deutschlandtreffen ist. Auch an diesem Wochenende werden wir das wieder erleben. Und so werden es mir die Vertreter der Kirchen nachsehen, dass ich abweichend vom klassischen Protokoll zunächst mit großer Freude als Vertreter der niedersächsischen Landesregierung Herrn Minister Uwe Schünemann in unserer Mitte willkommen heiße. – Verehrter Herr Minister: Dass die Schlesierinnen und Schlesier und ihre Landsmannschaft wieder Partner der Landesregierung sind beim Erhalt der schlesischen Identität und Kultur und bei der Weiterentwicklung der Beziehungen zwischen uns und der heutigen Region Schlesien und den dort lebenden Menschen – dafür sind Sie Garant: entschieden und kritisch, vor allem aber zugewandt und hilfreich. Für dieses konstruktive und positive Miteinander will ich Ihnen herzlich Dank sagen. Ich freue mich, den Niedersächsischen Landesbeauftragten für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, unseren schlesischen Landsmann Herrn Landtagsabgeordneten Rudolf Götz begrüßen zu können. – Ihre klare Wiederwahl in den Niedersächsischen Landtag haben wir mit Genugtuung registriert. Ihre Wiederberufung zum Landesbeauftragten mit besonderer Freude vermerkt. Dass Sie einer von uns sind, lässt das Herz höher schlagen. Und dass Sie bei uns sind, wann immer es Ihnen möglich ist – das ist das Sahnehäubchen. Herzlich Willkommen, lieber Herr Götz, in Ihrer schlesischen Familie. Für die Landeshauptstadt Hannover begrüße ich zum ersten Mal in unserer Mitte mit großer Freude Herrn Oberbürgermeister Stephan Weil. Verehrter Herr Oberbürgermeister: In einer Ihrer Reden zur Stadtpolitik haben Sie Folgendes gesagt: „Die Miesepeter und die Huckeduster helfen uns nicht weiter. Wir brauchen Menschen, die optimistisch sind und anpacken, die sich für die eigenen Interessen und ihre Stadt einsetzen. Wir brauchen jede und jeden einzelnen von ihnen.“ Was Sie sehr richtig damit angesprochen haben, ist das, wovon jede Gesellschaft lebt – die Stadtgesellschaft genauso wie eine Landsmannschaft. Das sind nämlich die Menschen, die aus innerer Überzeugung, ohne besondere wirtschaftliche Vorteile und manchmal auch von Anderen genau deshalb belächelt das Salz in der Suppe sind, ja vielleicht sogar das innere Gerüst und Rückgrat unserer Gesellschaft darstellen: all die vielen Ehrenamtlichen. Die Schlesierinnen und Schlesier, die heute hier sitzen – und auch die, die sich nach dem Krieg in und für Hannover eingesetzt haben und einsetzen – sind solche ehrenamtlich Tätigen. In der Bewertung dieses Engagements, Herr Oberbürgermeister, haben wir schon einmal die gleiche Wellenlänge. Da Niedersachsen und Schlesier eine vergleichbare Liebe zur Heimat haben, werden wir sicherlich noch weitere Gemeinsamkeiten entdecken. Darauf freuen wir uns! Ich begrüße die Vertreter der schlesischen Kirchen: · Für die Visitatur für die Priester und Gläubigen aus dem Erzbistum Breslau und zugleich auch für die Graftschaft Glatzer Katholiken heiße ich Herrn Großdechanten Prälat Franz Jung willkommen. · Für die Gemeinschaft evangelischer Schlesier freue ich mich Herrn Pfarrer Dr. Christian Erdmann Schott begrüßen zu können. Die Kirchen waren in der Not von Krieg, Vertreibung und schwerem Neuanfang ein Hort der Ruhe und der Zuversicht. Auch heute engagieren sie sich fern der Heimat in der Seelsorge – aber eben auch in vielen Bereichen in der Heimat für die dort lebenden Menschen. Dafür ein herzliches Vergelt`s Gott! Als Mitglied des Deutschen Bundestages und zugleich als Vertreter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion begrüße ich unseren Freund Jochen-Konrad Fromme, den Leiter der Arbeitsgruppe Vertriebene und Flüchtlinge der Fraktion. Ich freue mich auf Ihr späteres Grußwort. Und zugleich will ich an dieser Stelle auch den früheren langjährigen Bundestagsabgeordneten Helmut Sauer begrüßen – obwohl ich, lieber Helmut, nicht so recht weiß, wo ich Dich hingesellen soll: als Vertreter des Bundesvorstandes der CDU, als Bundesvorsitzender der Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung in der CDU/CSU oder als Vizepräsident des Bundes der Vertriebenen. Ich sage einfach mal: Herzlich willkommen verehrter Landesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien in Niedersachsen! Ich freue mich über die Anwesenheit von Herrn Ministerialrat Dr. Detlev Rein aus dem Bundesinnenministerium. Und ich will an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen, mich auch einmal öffentlich für die Unterstützung Ihres Hauses bei den Maßnahmen der Landsmannschaft für die Verständigung mit unseren polnischen Nachbarn bedanken – vor allem im Rahmen der Programme für polnische und deutsche Jugendliche aus Schlesien. Die Europäische Union der Vertriebenen und Flüchtlinge wird durch deren Generalsekretär und Initiator Dr. Massimiliano Lacota vertreten. Seien Sie freundschaftlich in unserer Mitte begrüßt. Vertreter der schlesischen Landsleute in der Heimat sind ebenfalls unter uns: Ich freue mich mit besonderer Herzlichkeit über die Anwesenheit unseres Schlesierschildträger Blasius Hanczuch aus Benkowitz. Und ebenso herzlich willkommen heiße ich unseren Freund Dietmar Brehmer von der Deutschen Gemeinschaft Versöhnung und Zukunft in Kattowitz. Und nicht zuletzt will ich auch den Präsidenten von Haus Schlesien, der so schönen und zugleich informativen Heimstätte der Schlesierinnen und Schlesier im Westen der Bundesrepublik, in unserer Mitte begrüßen: Herzlich willkommen Reinhard Blaschke. Ich freue mich über die Anwesenheit so vieler Funktionsträger der Landsmannschaft aus Kreis- und Landesgruppen, der Vertreter von Heimatkreisvereinigungen, von schlesischen Verbänden und Organisationen und an der Spitze unseren Bundesvorsitzenden Rudi Pawelka und die Mitglieder des Bundesvorstandes. – Viel Arbeit liegt vor uns, aber es wird sich lohnen, wenn man die erwartungsvollen Augen der Abertausenden von Landsleuten sieht, die bereits im Augenblick und bis morgen in die Messe strömen werden. Meine sehr verehrten Damen und Herren, über viele Jahrzehnte, solange der eiserne Vorhang Europa und auch unser deutsches Vaterland trennte, haben wir gefordert: Schlesien darf nicht untergehen! Heute können wir dankbar feststellen: Schlesien ist nicht untergegangen. Und die Landsmannschaft – was mancher unserer Gegner wohl insgeheim gehofft hatte – auch nicht. Der Strom der Geschichte lässt Manches untergehen, reißt das eine oder andere mit, schafft aber auch Neues. Im Augenblick befinden wir uns in einer Gärungsphase. Schlesien wandelt sich. Sein Bild ist heute anders als vor 20 Jahren. Unsere Heimat putzt sich raus – auch mit Unterstützung der Bundesrepublik und zugleich Niedersachsens und anderer Bundesländer, aber auch mit Hilfe der vertriebenen Schlesierinnen und Schlesier. Das berichten die Beteiligten, das liest man in unseren schlesischen Zeitungen und Zeitschriften und das sieht man auch in vielen Heimatorten. Jetzt ist es an uns Nachgeborenen, in der Kette der Generationen das Engagement unserer Großeltern und Eltern fortzusetzen und das historische Erbe anzunehmen. Wir werden, meine Damen und Herren, anpacken: in europäischer Gesinnung, mit Toleranz und freundschaftlichem Herzen – aber auch mit einem stolzen schlesischen Selbstbewusstsein. |