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Grußworte zum Deutschlandtreffen

2009 

 
Grußwort

Ich grüße alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer am diesjährigen Deutschlandtreffen der Schlesier und übermittle Ihnen die guten Wünsche der Bundesregierung.

Alle zwei Jahre machen die Schlesier auf ihrem Treffen die Verbundenheit mit ihrer Heimat deutlich. Zugleich rufen sie das Leid ins Bewusstsein, das die vertriebenen Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges erlitten haben, und machen deutlich, dass jeder Akt der Vertreibung ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist.

Es verdient hohe Anerkennung, dass die Vertriebenen schon bald nach Kriegsende erste  Schritte unternahmen, um sich mit unseren Nachbarn auszusöhnen. Diesen Schritten folgten weitere. Heute organisiert die Landsmannschaft Schlesien regelmäßige Treffen zwischen schlesischen Heimatvertriebenen, der deutschen Minderheit in Schlesien und der dortigen Mehrheitsbevölkerung. Für diesen Einsatz und Ihr hohes Engagement für Aussöhnung und Verständigung danke ich Ihnen herzlich.

Mit dem europäischen Einigungsprozess sind viele Gebiete, aus denen Deutsche vertrieben wurden, wieder näher an uns herangerückt. Auch die Rückkehr in die alte Heimat ist heute wieder möglich. An all dem haben die Schlesier und die anderen deutschen Heimatvertriebenen großen Anteil. Verständigung und Aussöhnung können nur erfolgreich sein, wenn alle Beteiligten eine ehrliche Diskussion über die historischen Fakten und Zusammenhänge zulassen. Mit der Errichtung der „Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ haben wir eine Chance, den bisherigen Dialog auf eine neue Stufe zu stellen. Im gemeinsamen Bemühen kann eine Einrichtung entstehen, die das Schicksal der  Heimatvertriebenen, ihre Geschichte und Kultur dokumentiert und lebendig hält – in dem Wissen, dass die Ereignisse um Flucht und Vertreibung zur Geschichte des ganzen deutschen Volkes gehören.

Ich danke der Landsmannschaft Schlesien und allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern, die an der Vorbereitung dieses Treffens beteiligt waren, und wünsche der Veranstaltung einen guten Verlauf und Ihnen allen viel Glück für die Zukunft.

 

Dr. Wolfgang Schäuble MdB

Bundesminister des Innern