|
Informationen Deutschlandtreffen 2009
|
|
|
Grußwort der Landesbeauftragten der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler, Margarete Ziegler-Raschdorf, zum Deutschlandtreffen der Schlesier 2009 am 27. und 28. Juni 2009 in Hannover Zum Deutschlandtreffen der Schlesier 2009 in Hannover grüße ich Sie als neue Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Spätaussiedler der Hessischen Landesregierung sehr herzlich und wünsche Ihrem Treffen einen guten Zuspruch und viel öffentliche Aufmerksamkeit. Gleichzeitig übermittle ich allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die besten Grüße der Hessischen Landesregierung, insbesondere von Ministerpräsident Roland Koch und dem für die Vertriebenen zuständigen Staatsminister Jürgen Banzer. Als neue Landesbeauftragte der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler darf ich mich auf diese Weise vorstellen und Ihnen meine Verbundenheit bekunden. Die Geschichte meiner eigenen Familie und meine schlesischen Wurzeln waren wohl das Hauptmotiv und auch gefühlte Verpflichtung für mich, die Aufgabe der Landesbeauftragten zu übernehmen. Durch erste Gespräche und den Besuch der Landeskulturtage habe ich bereits Verbindung zur Landsmannschaft Schlesien in Hessen aufgenommen. Meine Eltern stammen aus der Nähe von Breslau. Im Januar 1945 musste meine verheiratete, selbst noch kinderlose Mutter, deren Mann an der Front war, mit einer ihrer Schwestern und deren vier kleinen Kindern auf die Flucht gehen. Meine Mutter hat mir und meinen beiden Schwestern immer wieder viel von dieser schweren Zeit erzählt und auch meine Söhne interessieren sich inzwischen dafür, woher die Familie stammt. Flucht und Vertreibung haben mich stets begleitet und auch zu meinem politischen Engagement motiviert. Schlesier waren am Aufbau der Gesellschaft und des politischen Systems der Bundesrepublik Deutschland seit der unmittelbaren Nachkriegszeit an führender Stelle beteiligt. Dem ersten Deutschen Bundestag gehörten 24 Schlesier an. Bis heute hatten weit über 100 gebürtige Schlesier ein Bundestagsmandat, teilweise sogar mehrere Jahrzehnte hindurch, wie Herbert Hupka, Herbert Czaja und Erich Mende. In Hessen waren auf Landes- ebenso wie auf kommunaler Ebene zahlreiche Schlesier in herausgehobener Stellung tätig. Viele Schlesier haben sich um den Aufbau der Demokratie verdient gemacht. Die Bundesrepublik Deutschland feiert in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag und blickt auf eine erfolgreiche Geschichte und eine lange Friedensphase zurück. Die großartige Aufbauleistung nach dem Krieg wäre undenkbar gewesen ohne das Engagement der Heimatvertriebenen, die in diesem neuen Staat eine neue Heimat gefunden haben. Das Land war in weiten Teilen zerstört, die Heimatvertriebenen waren mittellos, zerstreut, traumatisiert, lebten noch vielfach in Lagern. Sie haben mit angepackt beim Wiederaufbau Hessens und der Bundesrepublik Deutschland und haben unser Land wirtschaftlich, politisch und sozial mit aufgebaut und damit einen wesentlichen Beitrag für Wohlstand und Erfolg geleistet, für den wir dankbar sind. Ein Blick in die „Charta der Heimatvertriebenen“ vom August 1950 zeigt, dass die Heimatvertriebenen mit die ersten und überzeugten Europäer waren. Fünf Jahre nach dem furchtbaren Krieg und nur kurze Zeit nach der schrecklichen Vertreibung haben die Heimatvertriebenen bereits ein klares Bekenntnis zu Europa abgelegt und auf Rache verzichtet. Ich denke, die Heimatvertriebenen haben damit auch ein moralisches Recht, in diesem Europa die Menschenrechte einzufordern. „Schlesien – Heimat und Zukunft“ lautet in diesem Jahr das Motto des Deutschlandtreffens der Schlesier. Dieses Motto unterstreicht, dass Schlesien die Heimat für die Schlesier geblieben ist und dass man selbstbewusst in die Zukunft schaut. Als Landesbeauftragte danke ich der Landsmannschaft Schlesien für die offene und partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Landes- und auch auf Bundesebene. Dies werte ich als eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Verbands- und Kulturarbeit. Für die hessische Landesregierung versichere ich, dass Hessen auch in Zukunft ein verlässlicher Partner der Schlesier sein wird. Dem Deutschlandtreffen 2009 wünsche ich namens der Hessischen Landesregierung einen harmonischen Verlauf, zahlreiche gute Begegnungen und viel Erfolg. Margarete Ziegler-Raschdorf |