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Erinnerungen
an die Gründungsjahre
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Gründerjahre: |
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- 2 - Der Startschuß für den organisatorischen Zusammenschluß der Schlesier war die berühmte Rede des damaligen US-Außenministers Byrnes vom 6. September 1946, in der offiziell und unmißverständlich erklärt wurde, daß die Regelung der deutschen Ostgrenze, entsprechend den Potsdamer Beschlüssen, erst im Zuge eines Friedensvertrages erfolgen könne; bis dahin gelten die Grenzen von 1937. In diesem Zusammenhang warnte Byrnes vor einer ungerechten Grenzziehung; denn - so erklärte er - nur eine gerechte Grenze sei auch eine dauerhafte Grenze. Ähnliche Gedankengänge wie Byrnes vertrat auch sein Nachfolger, Außenminister Marshall, auf der Moskauer und Londoner Konferenz 1947. Ende 1948, als man den Lizenzierungszwang lockerte, wurde aus der,,Vereinigung der Schlesier" der Schlesierverband Bayern", die Dachorganisation der inzwischen in Bayern gegründeten oder in der Gründung begriffenen Schlesiervereine. Der Schlesierverband Bayern, der sich später Landsmannschaft Schlesien, Landesverband Bayern" nannte, war also die Spitzenvertretung der etwa 500.000 Schlesier im Freistaat Bayern. Auf Vorschlag von Staatssekretär Jaenicke wählte man mich wiederum zum 1. Vorsitzenden. Der in den Satzungen niedergelegte Aufgabenkreis des Verbandes erstreckte sich in erster Linie auf die Förderung der landsmannschaftlichen, kulturellen und sonstigen Belange der Schlesier", unter Wahrung strikter parteipolitischer und konfessioneller Neutralität. Der bayerische Ministerpräsident begrüßte die Gründung unseres Verbandes mit folgendem Schreiben: Sehr geehrter Herr Ministerialrat! Aus Ihrem Schreiben vom 22. November 1948 habe ich mit lebhafter Befriedigung entnommen, daß die landsmannschaftlich-kulturelle Zusammenfassung der Schlesier in Bayern weitere Fortschritte gemacht hat und nun ein Schlesierverband Bayern gebildet worden ist. Ich bin davon überzeugt, daß die Pflege der Heimatliebe und der kulturellen Eigenart der Schlesier außerordentlich wertvoll und geeignet ist, das Verständnis der einheimischen Bevölkerung für die Besonderheiten der schlesischen Neubürger zu fördern. Meines Erachtens kann ein Ausgleich der vielleicht noch bestehenden Reibungen und Mißverständnisse nur dann erzielt werden, wenn sich Einheimische und Flüchtlinge der gegenseitigen Eigenart bewußt sind und Verständnis für Geschichte und Kultur des anderen Teiles haben. |