ps Pressedienst Schlesien
Presseinformationen
der Landsmannschaft Schlesien – Nieder- und Oberschlesien e.V.
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Nr.
05/2005
27.
Januar 2005
Schlesien.
Großer Atlas zur Heimat und Geschichte Schlesiens.
1913 war der “Heimatatlas für die Provinz Schlesien“ zum ersten Mal
erschienen und wurde 1925 neu auferlegt. Fedor Sommer ( 1864 – 1930 ),
Schriftsteller und Schulrat, war der verantwortliche Herausgeber. Jetzt in der
neuen Vorlage sind es 50 farbige Landkarten und Pläne der Städte Schlesiens.
Dazu kommen 90 historische Aufnahmen. Die Landkarten zeigen Schlesien vor dem
Ersten Weltkrieg, also einschließlich Ost- Oberschlesiens und des Hultschiner
Ländchens, während in dem sehr lesenswerten „Zahlen zur Heimatkunde von
Schlesien“ bereits die nach dem Ersten Weltkrieg an Polen und die
Tschechoslowakei abgetretenen und verlorenen Gebiete nicht mehr einbezogen
werden.
Im Geleitwort heißt es zum Schluss:
„Unter den 16 Wojewodschaften im heutigen Polen tragen die drei
Wojewodschaften Schlesien im Namen: Niederschlesien, Oppelner Schlesien,
Schlesien. Noch immer fließt die Oder durch das Land, ist die Schneekoppe im
Riesengebirge mit 1604 m der höchste Berg, Breslau die Hauptstadt ganz
Schlesiens, Oberschlesien das Industrierevier. Wir müssen Acht geben, dass
Schlesien hierzulande keine terra incognita ( ein fernes, fremdes unbekanntes
Land) wird“.
Man kann die Anzeige der Neuerscheinung dieses Heimat-Atlasses mit den
Sätzen beginnen: Wer sich seiner Heimat Schlesien geistig vergewissern will,
der greife zu diesem Band. Wer anderen, der Jugend, unseren Mitbürgern über
Schlesien berichten und Kenntnisse vermitteln will, auch der greife zu diesem
Atlas.
Noch war die Provinz Schlesien in drei Verwaltungen aufgeteilt:
Niederschlesien mit Liegnitz als Regierungssitz, Mittelschlesien mit Breslau
und Oberschlesien mit Oppeln. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Oberschlesien
eine selbständige Provinz, und es gab und gibt bis heute im deutschen
Bewusstsein Nieder- und Oberschlesien. Die alten Teilprovinzen Nieder- und
Mittelschlesien sind gründlicher, das heißt vielfältiger dokumentiert als das
seinerzeitige ganze und große Oberschlesien. Die in den Farben hervorragend
reproduzierten physischen Landkarten von ganz Schlesien sind geradezu eine
Augenweide und Zeugnis der Vielgestaltigkeit und gleichzeitig der Schönheit der
Provinz Schlesien, heute sagen wir des Landes Schlesien.
Auf der letzten Seite geben die Zahlen und Statistiken von der
Einwohnerzahl der Städtel und Städte über Bodennutzung und Verkehr bis zur
Witterung in den 12 Monaten des Jahres 1927 zuverlässige Auskunft. Davor
geschaltet ist der „Historische Teil“, beginnend mit einer Kurzgeschichte von
Breslau. Unter den ausgewählten großen Schlesier werden
jenseits von Adolph von Menzel und Paul Ehrlich auch Otto Mueller, der
Maler des Expressionismus (mit einem falschen Todesdatum), Edith Stein, die
Ordensfrau jüdischer Herkunft (die Seligsprechung wird notiert, die
Heiligsprechung vergessen), Helmuth James Graf von Moltke, der Mann des
Kreisauer Kreises, und Günther Bialas, der Musikpädagoge und berühmte Komponist,
genannt. Leider vermisst man, was zur Fortschreibung der Geschichte notwendig
gewesen wäre, einen Zahlenbericht über die Abstimmung in Oberschlesien.
Unter den vielen Schwarz-Weiß Fotos, ein großes Angebot, stößt man auf
den Zeitgeschmack der Erstausgabe, wenn für Görlitz das “Haus der
Oberlausitzischen Gesellschaft für Wissenschaft“, für Liegnitz ein
Geschäftshaus, für Ratibor eine Volksschule kennzeichnend sein sollen. Die
Schönheit von vorzeigbaren Objekten war leider damals ganz vergessen worden.
Erfreulich, dass gelegentlich auch die ehedem österreichische
Nachbarregion mit dem Altvatergebirge, mit Hohenelbe und der Spindlerbaude,
sogar Gablonz miteinbezogen wurden.
Richtig ist die Feststellung in der Einleitung: „Die Zeit hat manche der
Bilder, die zu den einzelnen Erinnerungen gehören, verblassen lassen und ihnen
zum Teil die farbige Lebendigkeit genommen, die sie einst hatten. So soll mit
dem ’Heimatatlas’ das alte Schlesien noch einmal lebendig werden“. Die
rühmliche Absicht erfüllt die Sammlung von Landkarten, Bilder aus vergangener
Zeit und historischen Reminiszenzen. Allerdings will dieses Buch nicht nur
flüchtig durchgeblättert werden, der Heimatatlas Schlesien lädt vielmehr zum
Studieren und Verweilen ein.
Herbert Hupka
Abdruck, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet.
Belegexemplar erbeten. Erscheint nach Bedarf.