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Presseinformationen der Landsmannschaft Schlesien - Nieder- und Oberschlesien e.V.

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Nr. 27/2005                                                                                                                                                              07. Juli 2005

Presseinformation

Über Wiedergutmachung  muss gesprochen werden

Die Schlesier meldeten sich bei ihrem Bundestreffen in Nürnberg am Wochenende mit Nachdruck zu Wort. Es war ein großartiges Bekenntnis zu ihrer Heimat in Europa. Über 70000 Besucher kamen von nah und fern ins Nürnberger Pressezentrum, darunter auch eine große Anzahl aus Schlesien selbst.

Höhepunkt des Treffens war die Hauptkundgebung am Sonntag in der Frankenhalle. Herzliche Worte  der Verbundenheit überbrachte der Innenminister und stellvertretende Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein von der bayerischen Staatsregierung. Er appellierte an Polen, mit den Vertriebenen gemeinsame Gespräche zu führen und zum Wohle Schlesiens zusammen zu arbeiten. Dabei sollte die Entschädigungsfrage nicht ausgeklammert werden, wie auch der Bundesvorsitzende Pawelka später betonte. Auf die Vertreibungen eingehend befürwortete er ein Zentrum gegen Vertreibungen in Berlin, er hoffe, dass es bald verwirklicht werde.

Stehende Ovationen erhielt der amerikanische Professor Dr. Alfred de Zayas für seine Ausführungen aus der Sicht des Historikers und Völkerrechtlers, die er sehr präzis formulierte: Hier in  Nürnberg seien 1946 die deutschen Kriegsverbrecher wegen Vertreibung und Verschleppung zur Zwangsarbeit angeklagt und verurteilt worden, während zur gleichen Zeit die Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten des Reiches unter unmenschlichen Bedingungen im Gange gewesen sei. Keiner der Täter aus den Vertreiberstaaten sei bisher hierfür zur Rechenschaft gezogen worden. Er verwehrte sich gegen die falsche Auslegung des Potsdamer Protokolls, das häufig als Grundlage für die Vertreibung  angesehen wird.

Der Präsident der schlesischen Landesvertretung, Professor Dr. Michael Pietsch, der die Kundgebung moderierte,  schloss sich den Ausführungen von Professor de Zayas an. Er forderte eine Schulbuchrevision des Faches Geschichte besonders an den deutschen Schulen.

Grüße  der Deutschen aus Schlesien überbrachte der Vorsitzende der  Fraktion  im Oppelner Landtag, Bruno Kosak. Er ging auf die schwierige Lage der Deutschen in Schlesien ein, sie brauchen dringend die moralische Unterstützung durch die deutsche Bundesregierung und der bundesdeutschen Bevölkerung.

Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Schlesien, Rudi Pawelka, skizzierte die Schwachstellen in der Behandlung der Vertriebenen durch die deutsche Bundesregierung. Zum Beispiel gehöre schlesische Kultur nicht nur in Museen und die Frage  der Beutekunst müsse geregelt werden. Ebenso mahnte er  eine Entschädigung für deutsche Zwangsarbeiter an, die nach dem Krieg in die Gewalt der Sieger gekommen waren.

Grüße der Schlesischen Jugend überbrachte deren stellvertretender Vorsitzender Gernod  Kresse. In herzerfrischender Weise bekannte er sich zur Heimat seiner Eltern und versprach, dass die Schlesische Jugend sich nach besten Kräften für Schlesien auf dem Weg nach Europa einsetzen werde. Dazu gehörten zum Beispiel grenzüberschreitende Begegnungen mit Jugendlichen, Wiederherstellung von Friedhöfen und Pflege deutscher Gräber, Jugendseminare und Freizeiten.

Im Rahmen des Deutschlandstreffens ehrte die Landsmannschaft Schlesien die bayerische Staatsministerin Christa Stewens und die schlesische Schriftstellerin Barbara Suchner mit der höchsten Auszeichnung, dem Schlesierschild.

 

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