ps Pressedienst Schlesien
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der Landsmannschaft Schlesien - Nieder- und Oberschlesien e.V.
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Nr. 28/2005 07. Juli 2005
Es ist, weiß Gott, nicht einfach über einen Menschen, ja über eine Persönlichkeit, zu schreiben, gar eine Persönlichkeit zu würdigen, die zum Symbol einer aufrechten Politik schon vor Jahrzehnten wurde, die bis heute ununterbrochen mit Schlesien und der Landsmannschaft Schlesien identifiziert wird.
Dr. Herbert Hupka, der am 15. August - am katholischen Fest Mariä Himmelfahrt - in Diyatalawa (Ceylon/Sri Lanka) vor neunzig Jahren geboren wurde, ist für uns alle, ein Bild der gelebten Geschichte des vergangenen Jahrhunderts. Der zwölffache Buchautor, dessen letztes Werk „Unruhiges Gewissen", auch in Polen erschienen ist, der von den Nationalsozialisten, wie auch seine Mutter, verfolgt wurde, der zunächst für die SPD (1969-1972) und seit dem Abschluss der Ostverträge für die CDU (1972-1987) im Deutschen Bundestag die Interessen der Heimatvertriebenen vertrat, ist vielfach bekannter als so mancher bundesdeutsche Politiker, und das sowohl in Deutschland als auch in Polen. Dr. Hupka gehört nach wie vor zu den bekanntesten und am meisten geschätzten Vertreter der Heimatvertriebenen. Er, der 1947 in Bayern an der Wiege der Landsmannschaft Schlesien stand und zwischen 1968 und 2000 die Geschicke der Landsmannschaft Schlesien als Bundesvorsitzender mit Erfolg führte, wurde zur Leitfigur der Schlesier und zum personifizierten Symbol Schlesiens in der Politik und in der Gesellschaft. Seine stete Aufrichtigkeit und Standfestigkeit, sein kompromissloses Eintreten für die Heilung des Verbrechens der Vertreibung sowie seine Geradlinigkeit im Ringen um die geschichtliche Wahrheit haben ihm nicht nur Anerkennung, sondern auch zahlreiche Anfeindungen gebracht, selbst in Reihen der sogenannten politischen Freunde. Doch die meisten Widersacher sind gescheitert, sie mussten scheitern, sie scheiterten an eigener Selbstüberschätzung und Überheblichkeit. Seine Gabe, tagespolitische Geschehnisse nüchtern, emotionslos und zukunftsorientiert zu analysieren, wird selbst von seinen politischen Gegnern geschätzt. An dieser Stelle sollen nur einige seiner bekleideten Ämter und ausgeübter Funktionen genannt werden: Mitarbeiter von Radio München, später Bayerischer Rundfunk, Radio Bremen, 1959-1964 Pressechef des Kuratoriums „Unteilbares Deutschland", 1969-1987 Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages, langjähriger Präsident der Stiftung Ostdeutscher Kulturrat, Mitglied des Präsidiums des Bundes der Vertriebenen. Die Reihe könnte fortgeführt werden. Dr. Herbert Hupka gehört zu den ersten führenden Politikern aus den Reihen der Vertriebenen, der seine Heimat nach der Vertreibung bereits 1990 besuchte und den Kontakt zu unseren polnischen Nachbarn - 1998, 1999 und 2000 war er zu offiziellen politischen Besuchen in Warschau - suchte, um einen ehrlichen Dialog zu führen, um das so von ihm geliebte Land an der Oder zu einer blühenden europäischen Landschaft wieder erstrahlen zu lassen. Wen verwundert es daher, dass der einstige „Revanchist, Revisionist, Ewiggestrige", ja sogar „Polenfresser",
wie ihn oft die kommunistische Propaganda bezeichnete, deren populistisches Vokabular sich teilweise auch die bundesrepublikanische Medienlandschaft zu eigen machte, mit der „Verdienstmedaille der Stadt Ratibor" geehrt wurde, und einige führende Politiker des neuen demokratischen Polens sich für die Verleumdungen der Vergangenheit entschuldigten.
Doch Dr. Herbert Hupka ist bei all seiner politischen Gewichtung ein Europäer, ein Deutscher, ein Schlesier, ein Oberschlesier, geblieben. Arbeiten für Schlesien ist für ihn keine lästige Pflicht aufgrund der Herkunft, sondern eine ehrliche Herzenssache, und zwar aus der tiefsten Überzeugung der Verpflichtung gegenüber dem Land, das seit mehr als 800 Jahren von Deutschen geprägt wurde. Schlesien lebt in ihm und Schlesien lebt durch ihn. Die geopolitische Grenzlandlage seiner oberschlesischen Heimatstadt Ratibor, in der er von 1919 bis zur Vertreibung 1945 aufwuchs, und die schmerzlichen Erfahrungen mit einer braunen und später einer roten Diktatur formten die Persönlichkeit von Herbert Hupka, der ein deutscher Patriot, ein Oberschlesier, ein Europäer war und ist. Der christliche Glaube ist ihm stets ein Ratgeber für den nüchternden Blick in die Zukunft, für die Betrachtung der Zukunft Schlesiens und der deutsch-polnischen Nachbarschaft im vereinten Europa.
Dr. Herbert Hupka hat sich im wahrsten Sinne des Wortes um Schlesien und Deutschland verdient gemacht.
Ein herzliches und heimatliches „Glückauf!" sowie Gottes Segen sollen stets sein Leben und Wirken begleiten.
Damian Spielvogel (SN)
Abdruck, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet.
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