ps Pressedienst Schlesien
Presseinformationen
der Landsmannschaft Schlesien - Nieder- und Oberschlesien e.V.
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Nr.
22/2006 30.
Mai 2006
Entschließung
der
Bundesdelegiertenversammlung
der Landsmannschaft Schlesien vom 27.05.2006 in Görlitz
Europäische Werte auch in Polen umsetzen
Auch zwei Jahre nach
dem EU-Beitritt bestehen in Polen die von dem Europäischen Parlament
im Jahr 2003 festgestellten erheblichen Menschenrechtsdefizite. Sie bilden
ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zu einer dauerhaften Verständigung
und für Vertrauen zwischen den Völkern. Diese Defizite betreffen
sowohl die Rechte der Deutschen in Schlesien als auch die der Vertriebenen.
Die Regelungen des vor eineinhalb Jahren verabschiedeten polnischen Minderheitengesetzes liegen deutlich unter dem europäischen Standard. Noch ist nicht erkennbar, wann die nach dem Gesetz möglichen zweisprachigen Ortsschilder und der Gebrauch der deutschen Sprache im Verkehr mit den Behörden in den Minderheitengebieten flächendeckend umgesetzt werden. Die Förderung des muttersprachlichen Unterrichts und der Kultur der deutschen Volksgruppe durch Polen ist über Ansätze noch nicht hinausgekommen.
Nach wie vor ist die soziale und rechtliche Gleichstellung Deutscher mit polnischer Staatsangehörigkeit mit den übrigen polnischen Staatsangehörigen nicht hergestellt.
Die Landsmannschaft Schlesien ist in Sorge, dass die Situation dieser Deutschen sich unter der neuen polnischen Regierung weiter verschlechtern wird. Die angemessene Berücksichtigung der berechtigten Anliegen der deutschen Vertriebenen bleibt auch in einem erweiterten Europa unser Ziel. Menschenrechte sind unteilbar.
Die Landsmannschaft Schlesien erinnert an die einstimmige Entschließung des Deutschen Bundestages vom 23.06.1994, in der die Bundesregierung aufgefordert wird, "über die Durchsetzung des Rückkehrrechts in die Heimat hinaus Möglichkeiten zu prüfen, wie Wiedergutmachungs- und Entschädigungsverpflichtungen der Vertreiber geregelt werden können."
Die Landsmannschaft Schlesien ersucht die Bundesregierung deshalb, die offenen Fragen aus der Vertreibung in bilateralen Verhandlungen mit Polen zu klären.
Europa kann nur eine
Einheit werden, wenn die gemeinsamen Werte und Ziele der Staatengemeinschaft
von allen Ländern uneingeschränkt mitgetragen werden und nicht
hinter nationalen Egoismen zurücktreten müssen.