ps Pressedienst Schlesien
Presseinformationen
der Landsmannschaft Schlesien - Nieder- und Oberschlesien e.V.
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Nr. 34/2006 30. August 2006
Trauer um Dr.
Herbert Hupka
- Schlesien ist sein Vermächtnis -
Der plötzliche Tod unseres Ehrenvorsitzenden Dr. Herbert Hupka am 24.
August 2006 erfüllt alle Mitglieder und Freunde der Landsmannschaft
Schlesien mit tiefer Trauer. Die Schlesier verlieren mit ihm eine Leitfigur,
die ihnen über Jahrzehnte Zuversicht und Orientierung gab. Der Philologe,
Journalist und Politiker prägte als Bundesvorsitzender der Landsmannschaft
Schlesien in seiner 32 jährigen Amtszeit von 1968 - 2000 den Verband,
war für die Öffentlichkeit und für die heimatbewussten Schlesier
das Gesicht Schlesiens.
Hupka, am 15.08.1915 auf Ceylon geboren, hier waren seine Eltern während einer Seereise nach China von den Briten zu Beginn des 1. Weltkrieges in einem Lager interniert worden, musste in seinem Leben schwere Schicksalsschläge hinnehmen und wurde Kämpfer gegen das Unrecht und das Vergessen. Früh verlor er den Vater, der nach der Freilassung der Familie 1918 aus britischer Gefangenschaft in Australien bei der Fahrt nach Deutschland, geschwächt durch viele Entbehrungen, einer Influenza erlag. Seine Kinder- und Jugendjahre verbrachte Hupka in der von ihm bis heute geliebten Stadt Ratibor in Oberschlesien.
Das Unrecht an der Familie Hupka fand unter den Nationalsozialisten seine Fortsetzung. Seine Mutter, eingestuft als sogenannte Halbjüdin, litt im KZ Theresienstadt. Er selbst wurde wegen seiner Abstammung 1944 als wehrunwürdig aus der Wehrmacht entlassen und inhaftiert. Als er nach dem Krieg mit seiner Mutter nach Ratibor zurückkehrte, brachte ihm dies eine neue Inhaftierung, diesmal durch Polen und die spätere Vertreibung.
Als begnadeter Redner und brillanter Journalist faszinierte Hupka die Schlesier und gab ihnen immer wieder neue Motivation. Es waren seine klaren sowie wirkungsvollen Aussagen für die Rechte der Vertriebenen, die Gegner seiner politischen Anliegen zum Anlass nahmen für unsachliche Kritik bis hin zu Schmähungen. Für ihn, der auf seinem Lebensweg Unrecht wie kaum ein anderer hinnehmen musste, eine schmerzliche Erfahrung, die ihn aber nicht erschüttern konnte. Die Schlesier erinnern sich mit viel Respekt um den öffentlichen Streit mit Bundeskanzler Kohl um das Motto des Deutschlandtreffens 1985 "Schlesien bleibt unser", den Hupka mit großer Energie durchstand, wohlwissend dass dies auch das Ende seiner Karriere als Bundestagsabgeordneter im Jahr 1987 für die CDU einleitete.
In seinen Büchern, Aufsätzen, Buchbesprechungen und Kommentaren hat er Schlesien lebendig gehalten. Sein letztes Werk "Schlesien kennt kein Amen" ist ein Appell an uns und unsere Nachkommen, nicht von Schlesien zu lassen, sich für das Land einzubringen, es mitzugestalten. Dieser Einsatz für Schlesien war es, der ihm bei unseren Landsleuten in der Heimat hohe Anerkennung brachte. Sein Wirken für die Verständigung fand Zustimmung auch bei polnischen Stellen, die ihren Ausdruck insbesondere in der Verleihung des Titels "Verdienter Bürger der Stadt Ratibor" fand.
Herbert Hupka war bis zu seinem Todestag aktiv für die Landsmannschaft Schlesien tätig, sorgte sich um sie, gab Ratschläge und regte Initiativen an. Sein Tod reißt eine nicht zu schließende Lücke in unseren Verband. Wir nehmen in großer Trauer Abschied von einem Patrioten, der sein Leben Schlesien gewidmet hat. Die Landsmannschaft Schlesien hat Herbert Hupka mit ihrer höchsten Auszeichnung, dem Schlesierschild, geehrt, weil er sich in einzigartiger Weise um Schlesien verdient gemacht hat. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten.
Rudi Pawelka
Bundesvorsitzender
Präsident der Bundesdelegiertenversammlung
- Schlesische Landesvertretung -
Peter Großpietsch und Christian Kuznik
stellvertr. Bundesvorsitzender
Abdruck, auch auszugsweise, mit Quellenangabe gestattet.
Belegexemplar erbeten. Erscheint nach Bedarf.