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Presseinformationen der Landsmannschaft Schlesien - Nieder- und Oberschlesien e.V.

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Nr. 04/2009                                                                                                                                                  02. Februar 2009

Deutschlandtreffen - Ein gelebtes Schlesien

- Auch Menschenrechte im Visier -

Rudi Pawelka, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft Schlesien

Wir stehen nicht 4 ½  Monate vor dem Deutschlandtreffen, nein, wir stehen schon mittendrin. Dies gilt zumindest für den Bundesvorstand und die Bundesgeschäftsstelle. Wir wissen auch, dass die örtlichen Vorstände sowie die Landesvorstände ebenso ihre Vorbereitungen treffen. Das Programm steht nunmehr fest. Es wird zwar im Kern dem vorangegangener Treffen entsprechen, jedoch wollen wir für noch mehr Attraktivität sorgen.

Dass bereits am Freitag mit einem ökumenischen Gottesdienst begonnen wird, ist wie immer selbstverständlich. Der sich anschließende Kulturabend widmet sich der Künstlerkolonie in Schreiberhau, einem Kleinod des künstlerischen Lebens in Schlesien.

Bei der offiziellen Eröffnung am Sonnabend, den 27. Juni werden prominente Politiker Grußworte an die Schlesier richten, an der Spitze der Innenminister des Landes Niedersachsen. Mit speziellen Veranstaltungen wie der Sommerakademie, dem Mitarbeiterkongress, in Verbindung mit einer Frauentagung, werden wir den Bedürfnissen aktiver Schlesierinnen und Schlesier sowie den an anspruchvollen Themen Interessierten gerecht. Der Heimatabend steht unter dem Motto "Die Oder", moderiert von unserer Bundeskulturreferentin Helga Wüst und der Vorsitzenden der Schlesischen Jugend NRW, Renate Sappelt. Schlesische Atmosphäre in Reinkultur wird die Teilnehmer gefangen halten. Hierfür bieten alle Mitwirkenden, zu denen auch Gruppen aus Schlesien gehören, die sichere Gewähr. Hervorragenden Zuspruch hatten bisher traditionell die Gottesdienste am Sonntag. Da der päpstliche Botschafter in Deutschland die heilige Messe für die katholischen Schlesier zelebrieren wird, rechnen wir mit einer besonderen Beachtung. Es ist unser Anliegen, mit einer Ausstellung den evangelischen Landsleuten ein besonderes Stück Heimatgeschichte zu vermitteln.

Die Hauptkundgebung, die Veranstaltung mit der politischen Aussagekraft, soll straffer gehalten sein und deshalb nur noch die Reden des Ministerpräsidenten und des Bundesvorsitzenden zum Inhalt haben. 

Da das Beisammensein der Schlesier in heimatlichem Umfeld unser wesentliches Anliegen ist, werden viele interessante Stände sowie Auftritte von Trachtengruppen zu sehen sein. Es freut alle sehr, wiederum Schlesier aus der Heimat in Hannover unter uns zu wissen. Dies bietet Gelegenheit, alte Kontakte zu vertiefen bzw. neue Kontakte zu knüpfen.

Schon jetzt wurden wir von unseren Landsleuten zu dem III. Kulturfestival der deutschen Minderheit" am 12. September in Breslau eingeladen. Auch dieses Treffen müssen wir für den Ausbau der Zusammenarbeit nutzen.

Wir freuen uns sehr, dass eine große Heimatgruppe, nämlich die Vereinigung "Waldenburger Bergland" angekündigt hat, in großer Zahl nach Hannover zu kommen, damit sollen die bisherigen Treffen in der Patenstadt Dortmund ersetzt werden. Für uns ein Signal für die noch engere Bindung an die Landsmannschaft Schlesien.

Unser Motto "Schlesien - Heimat und Zukunft" soll einerseits die Heimatverbundenheit, das Bekenntnis zu Schlesien bekunden, aber anderseits auch zum Ausdruck bringen, dass wir uns für Schlesien in der Pflicht fühlen. In der Pflicht sind wir gegenüber den Landsleuten in der Heimat, die wir weiterhin unterstützen und für sie eintreten wollen. In der Pflicht fühlen sich die Schlesier aber auch, weil es darum geht, die hervorragenden Zeugnisse deutscher Kulturarbeit in Schlesien für die Nachwelt zu erhalten. Viele landsmannschaftliche Gruppen und Heimatgruppen haben in den vergangenen Jahrzehnten hieran gearbeitet und damit verhindert, dass ganze deutsche Kulturepochen Schlesiens untergehen.

Unser Einsatz für Schlesien und seine Menschen bedeutet auch die Verpflichtung, für die Lösung offener Fragen einzutreten. Die Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter, die als einzige große Opfergruppe des Zweiten Weltkrieges bisher bei allen gesetzlichen Regelungen außen vor geblieben ist, muss weiter in die Öffentlichkeit getragen werden. Gerade hat Polen durch den Entwurf eines Entschädigungsgesetzes kundgetan, dass es auf den alten Unrechtsdekreten besteht und Deutsche weiter diskriminiert. Selbst polnische Staatsbürger in Polen lebend, sollen von einer Entschädigung für entzogenes Eigentum ausgenommen werden, nur weil sie deutscher Abstammung sind. Wir sind es uns und Europa mit seiner Wertegemeinschaft schuldig, diesen Angriff auf fundamentale Menschenrechte abzuwehren. Kommunistisches Unrecht darf nicht europäische Gegenwart sein. Dies wäre nicht unser Europa!

Melden wir uns also zu Wort, lassen wir unser Deutschlandtreffen auch zu einem Forum für die Menschenrechte werden. Zeigen wir durch eine große Teilnahme, dass wir uns nicht damit abfinden, wenn stillschweigend über unsere Rechte hinweggegangen wird.

 

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